In diesem Artikel
Was ist die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern – und wie hoch liegt sie?
Die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern, oft als Grunderwerbsteuer MV bezeichnet, beträgt aktuell 6 % des Kaufpreises einer Immobilie oder eines Grundstücks. Als einmalige Abgabe gehört sie zu den unvermeidbaren Kaufnebenkosten und sollte deshalb von Beginn an im Finanzierungsplan berücksichtigt werden.
Ohne Zahlung der Steuer kann das Grundbuchamt Sie nicht als neuen Eigentümer eintragen. Prüfen Sie daher frühzeitig, ob das nötige Eigenkapital bereitsteht.
Wer trägt die Steuerlast?
Käufer und Verkäufer haften zwar gesamtschuldnerisch, in der Praxis übernimmt fast immer der Käufer die Grunderwerbsteuer.
Fälligkeit & Unbedenklichkeitsbescheinigung
Der Notar meldet den Kauf ans Finanzamt. Ab Zustellung des Steuerbescheids haben Sie einen Monat Zeit für die Zahlung. Erst danach stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus – Voraussetzung für die Grundbucheintragung.
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Grunderwerbsteuer Mecklenburg-Vorpommern berechnen: Schritt für Schritt & Beispiel
Formel: Kaufpreis × 6 %. Weisen Sie bewegliche Gegenstände – etwa eine Einbauküche – separat im Kaufvertrag aus, reduziert sich die Bemessungsgrundlage und damit die Steuer.
Grunderwerbsteuer Mecklenburg-Vorpommern: Hätten Sie das gedacht?
- Über 100 Jahre Tradition: Die erste Vorläuferin der heutigen Grunderwerbsteuer wurde bereits 1909 eingeführt – lange vor der Bundesrepublik selbst. Damit gehört sie zu den am dauerhaftesten etablierten Abgaben in Deutschland und hat bis heute nichts von ihrer Relevanz eingebüßt.
- Täglich Millionen für die Länderkassen: Allein im Jahr 2022 nahmen die Bundesländer rund 18,9 Milliarden € durch die Grunderwerbsteuer ein. Das entspricht über 50 Millionen € pro Tag – oder umgerechnet knapp 36.000 € pro Minute, die in den Länderhaushalten ankommen.
- Steuersätze auf Rekordniveau: Seit 2006 dürfen die Bundesländer ihre Grunderwerbsteuersätze selbst festlegen. In einigen Ländern liegt er mittlerweile bei bis zu 6,5 %. Das hat dazu geführt, dass das Gesamtaufkommen der Grunderwerbsteuer in den vergangenen 15 Jahren erheblich gestiegen ist – eine Entwicklung, die Käuferinnen und Käufer umso mehr im Blick haben sollten.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in den größten Städten Mecklenburg-Vorpommerns?
Der landesweit einheitliche Steuersatz liegt bei 6 % – in Rostock ebenso wie in Schwerin.
| Stadt in Mecklenburg-Vorpommern | Grunderwerbsteuersatz | Grunderwerbsteuer bei 300.000 € Kaufpreis |
|---|---|---|
| Rostock | 6,0 % | 18.000 € |
| Schwerin | 6,0 % | 18.000 € |
| Neubrandenburg | 6,0 % | 18.000 € |
| Stralsund | 6,0 % | 18.000 € |
| Greifswald | 6,0 % | 18.000 € |
| Wismar | 6,0 % | 18.000 € |
| Güstrow | 6,0 % | 18.000 € |
| Ribnitz‑Damgarten | 6,0 % | 18.000 € |
| Waren (Müritz) | 6,0 % | 18.000 € |
| Barth | 6,0 % | 18.000 € |
| Ludwigslust | 6,0 % | 18.000 € |
| Neustrelitz | 6,0 % | 18.000 € |
| Anklam | 6,0 % | 18.000 € |
| Parchim | 6,0 % | 18.000 € |
| Bad Doberan | 6,0 % | 18.000 € |
| Ueckermünde | 6,0 % | 18.000 € |
| Demmin | 6,0 % | 18.000 € |
| Wolgast | 6,0 % | 18.000 € |
| Teterow | 6,0 % | 18.000 € |
| Malchow | 6,0 % | 18.000 € |
| Loitz | 6,0 % | 18.000 € |
Warum sind die Beträge überall gleich hoch?
Der Grunderwerbsteuer‑Satz ist in ganz Mecklenburg-Vorpommern identisch. Kommunale Zuschläge gibt es nicht.
Beeinflussen regionale Preisunterschiede meine Steuerlast?
Ja. Da die Steuer prozentual berechnet wird, führen höhere Immobilienpreise in Rostock oder an der Ostseeküste zu absolut höheren Steuerbeträgen, obwohl der Satz gleich bleibt.

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Trennen Sie das bewegliche Inventar möglichst präzise von der Immobilie, indem Sie Einbauküchen, Möbel oder andere Gegenstände nachvollziehbar separat im Kaufvertrag ausweisen. So lässt sich die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer legal senken, was je nach Objektwert spürbare Einsparungen ermöglicht. Achten Sie jedoch unbedingt auf realistische Bewertungen und eine sorgfältige Dokumentation aller Ausstattungsmerkmale, damit das Finanzamt die Aufteilung akzeptiert.
Nebenkosten neben der Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern
- Notargebühren: In Mecklenburg-Vorpommern, wie auch im Rest von Deutschland, ist die notarielle Beglaubigung des Kaufvertrags für Immobilien gesetzlich vorgeschrieben. Der Notar stellt sicher, dass der Vertrag klar formuliert ist und dass beide Parteien ihre Rechte und Pflichten vollumfänglich verstehen. In der Regel trägt der Käufer diese Kosten, die meist zwischen 1,0 % und 1,5 % des gesamten Kaufpreises liegen. Diese Gebühren decken sowohl die Beurkundung des Vertrags als auch andere notarielle Dienstleistungen ab, wie zum Beispiel die Einholung eines Grundbuchauszugs.
- Grundbuchkosten: Nach der notariellen Beurkundung ist die Umschreibung des Eigentums im Grundbuch ein weiterer erforderlicher und kostenpflichtiger Schritt. Die Kosten für die Grundbucheintragung setzen sich aus den Gebühren für die Eintragung und die Verwaltung des Grundbuchblatts zusammen. Diese Kosten liegen in der Regel bei etwa 0,5 % des Immobilienkaufpreises und werden üblicherweise zusammen mit den Notargebühren beglichen – Notar‑ und Grundbuchkosten summieren sich damit auf rund 1,5 % bis 2,0 % des Kaufpreises.
- Maklerprovision: Falls der Immobilienkauf über einen Makler abgewickelt wird, fallen in der Regel auch Maklergebühren an. Diese sind nicht gesetzlich festgelegt und können variieren. Seit Ende 2020 gilt beim Kauf von Wohnimmobilien durch Verbraucher gesetzlich die hälftige Teilung der Maklerprovision zwischen Käufer und Verkäufer; eine alleinige Kostentragung durch den Käufer ist bei Wohnimmobilien nicht mehr zulässig. Die Maklerprovision liegt normalerweise zwischen 3% und 7% des Kaufpreises der Immobilie und sollte im Kaufvertrag ausdrücklich vermerkt sein.
Nutzen Sie für eine präzise Aufstellung gern meinen Rechner für Immobilienerwerbskosten.

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Grunderwerbsteuer Mecklenburg-Vorpommern: Meine weiteren Artikel
Steuervergünstigungen und Sanierungsvorteile in Mecklenburg‑Vorpommern
Käufer, die eine Immobilie modernisieren oder Werte erhalten möchten, können in MV von steuerlichen Vergünstigungen profitieren. Relevant sind vor allem Sanierungsgebiete, Denkmalschutz sowie – in Einzelfällen – land‑ und forstwirtschaftliche Flächen.
Sanierungsgebiete & erhöhte Abschreibungen (§ 7h EStG)
Liegt das Objekt in einem förmlich festgelegten Sanierungsgebiet, lassen sich 100 % der begünstigten Modernisierungs‑ und Instandsetzungskosten absetzen: acht Jahre lang je 9 %, danach vier Jahre je 7 %. Auch anteilige Erwerbsnebenkosten – etwa Grunderwerbsteuer – können einfließen.
Sonderfall: Erwerb land‑ und forstwirtschaftlicher Flächen
Verkaufspreise unter 2.500 € bleiben grunderwerbsteuerfrei. Berufliche Landwirte können zudem Landesförderungen nutzen.
Ausnahmen & Wege, die Grunderwerbsteuer in MV zu reduzieren
- Übertragungen zwischen Ehegatten oder Verwandten in gerader Linie bleiben steuerfrei. Gleiches gilt bei Erbschaft oder Schenkung – hier greift ggf. die Erbschafts‑ oder Schenkungssteuer.
- Der Kaufpreis muss über 2.500 € liegen, damit überhaupt Grunderwerbsteuer anfällt; diese Freigrenze spielt aber praktisch nur bei Garten‑ oder Garagenkäufen eine Rolle.
- Inventar im Kaufvertrag gesondert ausweisen: Weisen Käufer und Verkäufer im Kaufvertrag eine Einbauküche für 12.000 € separat aus, sinkt bei einem Kaufpreis von 350.000 € die Bemessungsgrundlage auf 338.000 €. Die Steuerersparnis beträgt 720 €.
- Wer zuerst nur das Grundstück erwirbt und den Bauvertrag erst nach einigen Monaten separat abschließt, zahlt die Steuer nur auf den Grundstückspreis – wichtig ist ein nachweislich unabhängiger Bauvertrag.
- Große Investoren nutzen sogenannte Share‑Deals (Kauf von Gesellschaftsanteilen) – für private Käufer ist das in der Regel keine praktikable Option.
Vergleich: Grunderwerbsteuer in anderen Bundesländern
Mit 6 % liegt Mecklenburg-Vorpommern im oberen Mittelfeld. Bayern erhebt 3,5 %, mehrere Länder fordern 6,5 %.

| Bundesland | Steuersatz | Steuer bei 300.000 € |
|---|---|---|
| Baden‑Württemberg | 5,0 % | 15.000 € |
| Bayern | 3,5 % | 10.500 € |
| Berlin | 6,0 % | 18.000 € |
| Brandenburg | 6,5 % | 19.500 € |
| Bremen | 5,5 % | 16.500 € |
| Hamburg | 5,5 % | 16.500 € |
| Hessen | 6,0 % | 18.000 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 6,0 % | 18.000 € |
| Niedersachsen | 5,0 % | 15.000 € |
| Nordrhein‑Westfalen | 6,5 % | 19.500 € |
| Rheinland‑Pfalz | 5,0 % | 15.000 € |
| Saarland | 6,5 % | 19.500 € |
| Sachsen | 5,5 % | 16.500 € |
| Sachsen‑Anhalt | 5,0 % | 15.000 € |
| Schleswig‑Holstein | 6,5 % | 19.500 € |
| Thüringen | 5,0 % | 15.000 € |
Was Leser zu diesem Thema fragen
Wie kann ich die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern reduzieren?
Welche Nebenkosten kommen zusätzlich zur Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern auf mich zu?
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu anderen Bundesländern?
Gibt es spezielle Steuervergünstigungen für Käufer in Mecklenburg-Vorpommern?
Wie berechne ich die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern genau?
Aus der Praxis von Lesern
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